50 Jahre starke Stimme für junges Unternehmertum

Feldkirch. Die Junge Wirtschaft Vorarlberg (JWV) feiert ihr 50-jähriges Jubiläum. 1967 als Arbeitskreis mit sechs Mitgliedern gestartet, ist die JWV heute ein Netzwerk aus über 500 jungen Wirtschaftstreibenden und Wirtschaftsinteressierten. Der Auftrag damals wie heute: Junges Unternehmertum zu fördern, deren Interessen zu vertreten sowie sie für zukunftsfähiges Wirtschaften und neue Arbeitswelten zu inspirieren.

 

Die sechs Mitglieder des Arbeitskreises „Vorarlberger Volkswirtschaftliche Gesellschaft“ setzten vor 50 Jahren mit dessen Gründung einen ersten Schritt zur Stärkung des jungen Unternehmertums in Vorarlberg. „Seitdem hat sich die JWV zu einem starken und vielseitigen Netzwerk von Wirtschaftstreibenden entwickelt. Über die Jahre hinweg haben vorangegangene JWV-Generationen Themen und Trends der Zeit erkannt, besetzt und aufgezeigt. Nachfolgende Generationen haben auf deren Arbeit aufgebaut. Damals wie heute lässt sich die JWV nicht vor den Karren spannen, hinterfragt festgefahrene Strukturen und Abläufe und denkt sie neu – ohne Scheuklappen“, erklärt Alexander Abbrederis, Vorsitzender der JWV, stolz und ergänzt: „Wir fühlen uns in unserer Arbeit bestätigt, wenn wir von den einzelnen Stakeholdern als Themenführer zu Gesprächen an einen Tisch geladen werden. Auffallend ist dabei, dass auch die wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Themen, die uns unter den Nägeln brennen und für die wir uns täglich einsetzen, über Generationen gleichgeblieben und immer noch höchstaktuell sind. Beispielsweise ‚Schule & Wirtschaft’, ‚Zukunftsfähigkeit’ oder ‚Neues Wirtschaften’.“

 

Neue Geschäftsmodelle damals, Digitalisierung heute
„Wer erfolgreich wirtschaften will, darf niemals stillstehen. Nur wer bildlich gesprochen auf den vorbeifahrenden Zug aufspringt, bleibt zukunftsfähig. Vor allem in den 90er Jahren beschäftigten sich meine Vorgänger intensiv mit neuen Geschäftsmodellen und deren Auswirkung auf die heimische Wirtschaft. In den 2000er Jahren war unser Einsatz für die Senkung der Lohnnebenkosten entscheidend dafür, dass Unternehmensgründungen überhaupt attraktiv bleiben. Heute ist die Digitalisierung ein entscheidender Treiber für die Vorarlberger Unternehmen in allen Branchen – klassische Instrumente und Konzepte müssen neu gedacht werden, sonst verpasst man den Anschluss. Gemeinsam mit der Landesregierung, dem WIFI und der Fachhochschule Vorarlberg befinden wir uns hier in einem intensiven Prozess und der Ausarbeitung einer ‚Digitalen Agenda’. Digitale Kompetenz muss einerseits ein fixer Ausbildungsschwerpunkt in Schulen und Unternehmen sein, andererseits muss das Ziel sein, den Unternehmen auch die notwendigen Rahmenbedingungen bieten zu können“, ist Peter Flatscher, Geschäftsführer der JWV, überzeugt.

 

Wirtschaft macht Schule
Bereits in den Anfängen der JWV spielte das Thema „Schule und Wirtschaft“ eine große Rolle. „Die Idee damals war es, Lehrpersonen und Schüler im Wirtschaftsunterricht mit Know-how und Beispielen aus der Praxis zu unterstützen. Diesen Gedanken haben wir ins heute übersetzt und mit dem erfolgreichen Projekt ‚Business Class’ etabliert. In verschiedenen Modulen wird die die wirtschaftliche Ausbildung der Schüler ergänzt, die gesellschaftliche Relevanz des Jungunternehmertums aufgezeigt und deren Innovationsgeist geweckt. Allein im letzten Schuljahr erreichte das Format über 500 Schülerinnen und Schüler im gesamten Bundesland“, gibt Peter Flatscher einen Einblick ins Projekt.

 

Quo vadis JWV?
Als Sprachrohr für Jungunternehmer will sich die Interessensvertretung auch zukünftig für die Interessen junger Wirtschaftstreibender und Wirtschaftsinteressierter einsetzen. „Nachhaltiges Wirtschaften ist nur dann möglich, wenn ökologische, soziale und technologische Faktoren zusammenspielen. In unserem Veranstaltungsformat ‚Nachdenken’ bieten wir Mitglieder und Interessenten Inspiration und Zugänge zu diesen Themenbereichen. Aber auch eine breite und öffentliche Diskussion darüber, welchen Weg wir als Gesellschaft, als Vorarlberger Wirtschaftsstandort, als europäische Vorzeigeregion einschlagen wollen, treiben wir an. Nur so kann zum einen Zukunftsfähigkeit sichergestellt und Unternehmertum gefördert werden, und andererseits unternehmerische Kultur in der Öffentlichkeit mehr Wertschätzung erlangen“, so Abbrederis abschließend.