Pensionserhöhungen auf Kosten nachfolgender Generationen!

Junge Wirtschaft Vorarlberg: „Wir brauchen keine Wahlgeschenke, sondern ein Pensionssystem, das nachhaltig finanzierbar und generationengerecht aufgestellt ist.“

Schon jetzt werde ein Viertel des Bundesbudgets für die Zusatzfinanzierung des gesetzlichen Pensionssystems verwendet. Trotz aller Warnungen wurde nun kurz vor der Nationalratswahl ein wenig weitsichtiges, aber dafür umso kostenintensiveres Wahlzuckerl beschlossen, dass die langfristige Finanzierung sicher nicht erleichtert. „Ein leicht durchschaubares und offen auszusprechendes politisches Manöver auf Kosten nachfolgender Generationen! Aus kurzfristigen politischen Überlegungen mag das durchaus nachvollziehbar erscheinen, profitiert doch eine beträchtliche Wählergruppe direkt davon, nachhaltige Politik sieht jedoch anders aus“, zeigt sich Verena Eugster, Landesvorsitzende der Jungen Wirtschaft Vorarlberg, enttäuscht und betont: „Anstatt endlich die seit langem notwendige Pensionsreform aufzugleisen, um ein sicheres, faires und tragfähiges System zu schaffen, wird hier ein weiteres Mal simple Klientelpolitik betrieben.

Ringsum würden die Zeichen auf eine gewisse Abkühlung der Konjunktur deuten: In diesen Zeiten die stärkste Anhebung der Pensionen seit 25 Jahren zu beschließen, sei nicht nachvollziehbar. JW-Geschäftsführer Lukas Fleisch erklärt: „Die demographischen Entwicklungen sind ernst zu nehmen und Überlegungen müssen endlich über den potentiellen Wählerpool – immerhin sind bereits heute rund 42 Prozent der Wahlberechtigen über 55 Jahre alt – hinaus gehen.“

Pensionsreform angehen

Dazu gehöre die Schaffung eines Nachhaltigkeitsautomatismus, der eine parallele Erhöhung des Pensionsantrittsalters entlang der Lebenserwartung sicherstellt. „Selbst die europäische Kommission kritisiert das niedrige Pensionsantrittsalter in Österreich. Frauen gehen im Schnitt mit 58,7 Jahren und Männer mit 60,2 Jahren in Pension, was angesichts der steigenden Lebenserwartung mitverantwortlich für den Gender-Gap und das Risiko der Altersarmut sei. Die Fakten liegen alle am Tisch. Mutige und kluge Entscheidungen sind mehr denn je gefordert und können durch konsequente Einbindung aller Betroffenen, Akzeptanz erhalten. Man muss es einfach machen“, meint Fleisch.