Starkes Plus bei Unternehmensgründungen: Gründen wird jünger und weiblicher

Feldkirch. Die Vorarlberger Gründerszene wird zunehmend weiblicher: 48,8 Prozent aller Einzelunternehmen wurden 2018 von Frauen gegründet. Das ist gegenüber dem Vorjahr eine Steigerung von fast 9 Prozent. Insgesamt gab es 2018 in Vorarlberg um 10,5 Prozent mehr Unternehmensgründungen als im Vorjahr. Die GründerInnen werden im Durchschnitt nicht nur mehr, sondern auch jünger. Der Anteil der unter 30-Jährigen stieg seit 2014 um fast 5 Prozentpunkte. Als Hauptmotive für die Selbstständigkeit geben UnternehmerInnen die flexible Zeit- und Lebensgestaltung, der eigene Chef zu sein und selber Verantwortung zu übernehmen, an.

 

2018 gab es in Vorarlberg um 10,5 Prozent mehr Gründungen als im Vorjahr. Vorarlberg liegt damit deutlich über dem österreichischen Schnitt, denn auf Bundesebene beträgt das Plus nur 1,1 Prozent. „Unser Ziel ist es, das Land der Gründer zu werden und die Statistik zeigt, dass wir auf einem richtigen Weg sind“, erklärt Alexander Abbrederis, Vorstandsvorsitzender der Jungen Wirtschaft Vorarlberg (JWV) und führt weiter aus: „Eigenverantwortung, Unternehmergeist und wirtschaftliche Innovation sind Teil der Vorarlberger Identität. Als Junge Wirtschaft Vorarlberg begleiten wir alle jungen Gründerinnen und Gründer auf dem Weg in die Selbstständigkeit, bieten ihnen ein breites Netzwerk und setzen uns für ihre Interessen ein.“ Entscheidend ist, das Umfeld für junge Unternehmen kontinuierlich zu verbessern und weiterzuentwickeln, Innovationen und Finanzierungen zu unterstützen, erklärt Abbrederis. Wie aus der diesjährigen Gründerstatistik hervorgeht, wagen immer mehr unter 30-Jährige den Schritt in die Selbstständigkeit. Österreichweit sind fast ein Drittel aller GründerInnen jünger als 30 Jahre. Während die Gründungsstatistik jünger wird, wird sie gleichzeitig auch weiblicher. Fast die Hälfte aller Vorarlberger Einzelunternehmen wurde 2018 von Frauen gegründet – 2017 waren es noch 44,8 Prozent.

 

Investitionskultur antreiben, junge Unternehmen entlasten

Die JWV arbeitet gemeinsam mit der Bundesorganisation an mehreren Vorschlägen, um in Zukunft noch mehr Menschen zum Gründen zu bewegen. Die Interessensvertretung spricht sich beispielsweise für eine Abschaffung der Mindestkörperschaftssteuer, die besonders neu gegründete Unternehmen oft unnötig belastet, sowie für einen Beteiligungsfreibetrag aus. „Vorarlberg ist ein chancenreicher Wirtschaftsstandort, was uns aber fehlt ist eine breit etablierte Investitionskultur. Hier braucht es einen Bewusstseinswandel und Modelle für ein attraktiveres Investitionsklima“, betont Lukas Fleisch, Geschäftsführer der JWV. Um noch mehr Dynamik am Gründungsstandort Vorarlberg zu entwickeln, schlägt die Interessensvertretung vor, private Investitionen in kleinere und mittlere Unternehmen zu erleichtern. Die Idee der JWV ist, einen Freibetrag von 100.000 Euro einzuführen, der über mehrere Jahre absetzbar ist. Diese Forderung bringt die JWV als wichtigste Vertretung für Vorarlberger GründerInnen auch auf Bundesebene ein. Neben einem Umschwung in der Investitionskultur fordert die JWV auch Anpassungen an die Arbeitsrealität von jungen Unternehmen. „Gründerinnen und Gründer arbeiten heute viel flexibler als früher und haben oft gar kein eigenes Büro mehr. Für unsere Mitglieder setzen wir uns für die Entlastung von Arbeitsplätzen im Wohnungsverbund ein. Wir halten 1.250 Euro Absetzbetrag pro Jahr für einen ersten, sinnvollen Schritt in Richtung Entlastung“, so Lukas Fleisch abschließend.

 

Factbox Gründerstatistik:

 

Unternehmensgründungen in Vorarlberg 2018: 1.129

Davon jünger als 30 Jahre: 29,6 %

Steigerung gegenüber 2017: +10,5 %

Altersdurschnitt von GründerInnen: 37,8 Jahre

Frauenanteil: 48,8 %

Hauptmotive für die Gründung:

  • Flexible Zeit- und Lebensgestaltung: 70,57 %
  • Eigener Chef sein: 69,05 %
  • Selbst Verantwortung übernehmen: 61,56 %